Resulta-Kleinaddiermaschinen
Firmengeschichte, Technik und Übersicht über die Modelle

Wolf-G. Blümich, http://bluemich.net/rechner, 24.03.2005
11.03.2019; Ergänzungen zur Firmengeschichte
27.02.2019: Neu: Multiplex

21.12.2016: Neu: Volksrechner
06.12.2016: Aktualisierung und neu: Rentrix

Ein Bild über die Resulta-Produktion lässt sich praktisch nur aus Mosaiksteinchen zusammensetzen. Sowohl zur Firmengeschichte als auch zur Modellpalette gibt es keine Übersichten und Firmenunterlagen. Und auch Zeitzeugen werden langsam rar. Gespräche mit einem ehemaligen Mitarbeiter in Paul Brünings Firma, die Beschreibungen der Maschinen vieler Sammlerkolleginnen und -kollegen, I
nformationen von Anbietern im Internet und Untersuchungen an eigenen Maschinen sind die Quellen für diese Zusammenstellung.

Inhaltsübersicht
1.       Aus der Firmengeschichte
2.       Technik der Resulta-Kleinaddiermaschinen
2.1     Das Grundmodell (A)
2.2     Die Subtraktion (S)
2.3     Das Einstellkontrollwerk (B)
2.4     Löschhebel anstatt -kurbel
2.5     Schwenkblende in der Anzeige
2.6     Druckende Maschinen (P)

3.      
Entwicklungsstadien der Resulta-Kleinaddiermaschine
3.1     Systematik der Bezeichnungen
3.2     Bestimmung des Alters der Maschinen
3.3     Die Produktpalette
3.4     Merkmale der Entwicklungsgenerationen
4.       Patente von Paul Brüning
4.1     Patente für Rechenmaschinen
4.2     Andere Patente
5.       Verwandte der Resulta
5.1     Umbenannte Resultas  
5.1.1  Tower
5.1.2  Résulta
5.1.3 
Addical
5.1.4  Volksrechner
5.2     Nachbauten
5.2.1  Rapida
5.2.2  Komet
5.2.3  Rentrix
5.2.4  Multiplex
6.       Offene Fragen
7.       Quellen
7.1     Literatur
7.2     Bilder


1. Aus der Firmengeschichte

Abb. 1: Im Foto eines Modells der Bebauung in der Ackerstraße Ecke Bernauer Straße um 1965 in der Gedenkstätte Berliner Mauer [11] wurden die im Krieg zerstörten vier Hinterhäuser von Meyers Hof ergänzt, um einen Eindruck der Größe der gesamten Anlage zu vermitteln. An den Seiten waren die Höfe zwischen den Häusern durch die Brandmauern zu den Nachbargebäuden verschlossen. Im fünften Hinterhaus, also dem letzten Block, lagen in der ersten Etage die Räume der Maschinenfabrik von Paul Brüning.

Entwickler und Fabrikant der Minerva- bzw. Resulta-Kleinaddiermaschinen ist der Ingenieur Paul Brüning. Er wurde 1886 in Stolpe bei Angermünde geboren und steht erstmalig 1914 als Bewohner im vierten Hinterhaus von Meyers Hof [9, 10] im Berliner Adressbuch [6]. Das war zu dieser Zeit die größte und bekannteste Mietskaserne im Berliner Wedding. In der Ackerstraße 132/133 lebten auf einer Fläche von 29 m x 141 m etwa 900 Menschen (zeitweise bis zu 2000) in sechs hintereinander stehenden fünfstöckigen Häuserblöcken in etwa 250 Wohneinheiten mit Gemeinschaftsküchen auf den Fluren und Toiletten auf dem Hof. In den Häuser gab es auch Etagen und Räume für Gewerbe und kleine Produktionsbetriebe, also Wohnen und Arbeiten zusammen auf kleinstem Raum. Im fünften Hinterhaus hatten u.a auch zwei Fabrikanten in der ersten Etage ihre Produktionsräume. Eine dieser Maschinenfabriken übernahm Paul Brüning 1915 zusammen einem Eduard Pink und führte sie ab 1916 alleine [6]. Zuvor muss er bereits woanders eine eigene Firma gehabt haben, denn auf dem Briefkopf der Firma steht das Gründungsjahr 1911. 1920 bekam er eine Wohnung im ersten Hinterhaus von Meyers Hof. Vorher wohnte er noch einige Jahre in der Swinemünder Straße 97. In seiner Maschinenfabrik stellte er Druckgussteile her, u.a. Vergaser und Halterungen für Meißel an Drehbänken, aber auch Kristall-Detektoren für Rundfunkempfänger. 1930 warb er erstmalig im Adressbuch als Fabrikant für Addiermaschinen, 1932 für Minerva Rechenmaschinen. Aus dieser Zeit sind auch seine ersten Rechenmaschinen und Patente (siehe 4.) bekannt. In Ernst Martins kleiner „Bibel“ der Rechenmaschinensammler findet man die Modelle A, AS und BS in sieben- und neunstelliger Ausführung beschrieben , die zwischen 39 bis 96 Reichsmark kosteten. Das Modell B fehlt dort noch.

1933 verlegte Paul Brüning seinen Wohnsitz nach Berlin-Waidmannslust in die Kurhausstraße 36 (jetzt Artemisstraße) und wohnte seit 1933 mit seiner Familie in der Kurhausstraße 31 im eigenen Haus. Bis dahin trugen seine Maschinen noch den Namen „Minerva“. Ab 1934 nannte er sie dann „Resulta“ [6]. 1939 zog Paul Brüning auch mit seiner Fabrik vom Wedding in den Norden Berlins nach Borsigwalde in die Breitenbachstraße 18 – 20 (Abb. 2a und 2c). Von Meyers Hof blieben nach dem zweiten Weltkrieg nur das Vorder- und das erste Hinterhaus übrig. Um 1970 wurden auch diese Gebäude abgerissen. Das ganze Stadtviertel wurde großräumig mit zeitgemäßen Wohnblocks neu bebaut.

Paul Brüning war Werkzeugmacher, arbeitete oft zu Hause und beschäftigte sich viel mit Neukonstruktionen, die zu etlichen Patenten in Deutschland, der Schweiz, Belgien, Großbritannien, Frankreich und in den U.S.A. führten. Neben den Entwicklungen für seine Resulta-Kleinaddiermaschinen ließ er sich z.B. auch ein Küchenmesser, einen Wundschnellverband und Werkzeugteile patentieren (siehe 4.).


Abb. 2a: Die Mitarbeiter vor der Fabrikhalle in der Breitkopfstraße (um 1960)

Um 1943 wurde die Produktion der Rechenmaschinen in der Breitenbachstraße unterbrochen. Ein Bombentreffer hatte die Fabrikhalle stark beschädigt. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges lief die Produktion nur unter erschwerten Bedingungen langsam wieder an, weil überall Maschinen als Reparationsleistungen von den Russen und den Franzosen demontiert und abtransportiert wurden. Anfangs wurden wieder Aluminium- und Zink-Druckgussteile hergestellt,


Abb. 2b: Paul Brüning (Mitte) und Mitarbeiterinnen (um 1960)

z.B. Zündrädchen für Feuerzeuge und die in vielen Ländern patentierten federnden Meißel-Halterungen für Drehbänke, aber keine Rechenmaschinen, denn das war nach dem Krieg noch verboten. Von 1946 bis 1949 gab es aber in der Schweiz achtstellige Resulta-Nachbauten mit dem Namen RAPIDA 8 und um 1950 konnte man in Dänemark Rentrix-Maschinen kaufen, die den Resultas zum Verwechseln ähnlich sehen. In Spanien tauchten neunstellige Multiplex-Maschinen auf. Es liegt die Vermutung nahe, dass diese Maschinen mit Lizenz hergestellt worden sind, während in Berlin die Produktion noch unmöglich war. Zur Fertigung ähnlicher Modelle mit dem Namen Komet auf der Grundlage der Patente von 1950 wurde eine Firma in Süddeutschland lizenziert (siehe 5.).

1950 ging es dann endlich wieder mit der eigenen Produktion in Berlin los und es gab neue Entwicklungen. Paul Brüning beauftragte seine Tochter Charlotte Brüning den Vertrieb der Maschinen in Amerika zu organisieren. Sie sorgte dort bis etwa 1960 für den Absatz. Resultas wurden von SEARS in Chicago unter dem Namen TOWER verkauft. In Frankreich gab es Resultas unter dem Markennamen ADDICAL und Résulta (siehe 5.). Auch in der Schweiz wurden die Maschinen als Résulta und als Volksrechner vertrieben.


Abb. 2c: Eingang zum Fabrikgelände in der Breitkopfstraße (2005)

Als Paul Brüning im August 1964 starb, übernahm nicht sein Sohn Paul, sondern seine Tochter Charlotte die Leitung des Familienunternehmens. Bis 1969 wurden noch Rechenmaschinen produziert. Dann war das Zeitalter mechanischer Rechenmaschinen endgültig vorbei. Stattdessen wurden nun unter dem Namen "Brüning Druckguss" Formteile für die Elektroindustrie in der Gießerei hergestellt. 1980 wurde die Fabrik mit Maschinen und Aufträgen von Charlotte Brüning an die Deutsche Vergaser Gesellschaft GmbH & Co. KG verkauft. Inzwischen gibt es schon wieder neue Eigentümer. Die Produktion lief noch einige Jahre weiter wie bisher. Seit 1984 werden in der alten Brüningschen Fabrikhalle (Abb. 2c) und neueren Bauten für die Gießerei Zulieferteile für die Kraftfahrzeugindustrie gefertigt.

Paul Brüning Jun. ist vermutlich bereits 1985 verstorben. Charlotte Brüning wohnte 2005 noch im Haus in der Kurhausstraße (heute Artemisstraße). Leider sind sämtliche Unterlagen aus der Resulta-Produktion vernichtet worden und auch Charlotte Brüning konnte keine weiteren Einzelheiten mehr zur Firmengeschichte beitragen.

Es gibt wohl keine Zeitzeugen mehr. Zeugnis ablegen von Paul Brünings Rechenmaschinenproduktion können also nur noch seine Maschinen und Patente.

2. Technik der Resulta-Kleinaddiermaschinen

2.1 Das Grundmodell (A)

Abb. 3: Mit dem Stift wird das große Eingaberad gedreht, das das Anzeigerad des Ergebniswerks mitnimmt.
Die Arbeitsweise des Grundmodells A ist einfach erklärt (Abb. 3): Auf der Achse des Eingabewerks befinden sich für jede Stelle große Zahnräder mit 36 Zähnen. Jedes Ziffernrad des Ergebniswerkes hat zwischen den Ziffern zehn Nuten, in die die Zähne des großen Zahnrades greifen. Wenn man mit einem Griffel nun einen Zahn des Eingaberades um einige Positionen weiter dreht, geht die Anzeige im Ergebniswerk entsprechend weiter.
Abb. 4: Der Zehnerübertrag im Ergebniswerk erfolgt durch die versetzten Eingaberäder, in die ein Zahn des Rades rechts daneben greift.
Der Zehnerübertrag wird dadurch ermöglicht, dass jedes Anzeigerad auf seiner linken Seite einen verschiebbaren Mitnehmer mit einem Zahn hat. Der kann in das etwas nach rechts versetzte Eingaberad (Abb. 4) der nächst höheren Stelle greifen und dadurch die Anzeige in der nächsten Stelle um eins erhöhen.
Abb. 5: Von Federn gehaltene Hebel lassen die Eingaberäder einrasten.
Dafür, dass das gro07/34ße Eingabezahnrad immer in der richtigen Position einrastet, sorgt eine Hebelkonstruktion (Abb. 5), die mit einer Feder so gezogen wird, dass sie immer zwischen zwei Zähnen des Zahnrades eingreift. Das Ergebniswerk wird mit einer Kurbel an der Achse der Anzeigeräder durch eine Drehung gelöscht. Dafür befindet sich in der Achse der Länge nach eine Nut, in die eine durch eine Feder gehaltenen Klinke im Anzeigerad greift, wodurch dieses bis in die Nullstellung mitgenommen wird.

2.2 Die Subtraktion (S)

Abb. 6a: Mit einem Hebel werden Umkehrräder im Ergebniswerk für die Subtraktion dazwischen geschaltet
Bei den Maschinen mit Subtraktion ist das Ergebniswerk um eine hinten, unten liegende zweite Achse mit Umkehrrädern erweitert (Abb. 6a). Sie sind aufgebaut wie die Anzeigeräder und bewirken auch einen Zehnerübertrag. Die auf den beiden Achsen gegenüber stehenden Räder sind durch Messingzahnrädchen miteinander verbunden. Die Achsen beider Räder befinden sich in einem Rahmen, der mit dem Subtraktionshebel geschwenkt werden kann, so dass entweder die vorderen Räder bei Addition oder die hinteren bei Subtraktion in die Eingabezahnräder eingreifen. In den Fenstern für das Ergebniswerk stehen die Zahnräder in der Subtraktionsstellung dann etwas zu hoch, um sie noch bequem ablesen zu können (Verbesserung siehe 2.5). Wenn man in der Subtraktionsstellung das Ergebniswerk löschen wollte, müssten sich die Eingaberäder rückwärts drehen. Um dies zu verhindern, wir die Löschkurbel in dieser Stellung durch eine Sperrklinke blockiert, die in ein Zahnrad an der Kurbel greift.


Abb. 6b: Zusammenspiel der Zahnräder im Rechenwerk bei der Addition
Abb. 6c: Zusammenspiel der Zahnräder im Rechenwerk bei der Subtraktion
Das Zusammenspiel der Zahnräder wird in den Bildern 6b und 6c und in der Tabelle 1 dargestellt.

Der Mitnehmer für den Zehnerübertrag ist an jedem Rad des Rechenwerkes so angebracht, dass er den Übertrag auslöst, wenn der Zahn des Eingaberades  zwischen 1 und 2 eingreift. Dann geht der Zehnerübertrag folgendermaßen vor sich:

Addition:
Die Anzeige sei 9. Der Eingabezahn greift zwischen 1 und 2 in das Anzeigerad ein. Ein Weiterdrehen des Eingaberades um 1 bewirkt die neue Anzeige 0 und löst den Zehnerübertrag aus, der die nächst höhere Stelle um 1 erhöht.

Subtraktion:
Die Anzeige sei 0 (im Fenster zu hoch angezeigt, siehe 2.5). Der Eingabezahn greift im Umkehrrad zwischen 1 und 2 ein. Ein Weiterdrehen des Eingaberades um 1 bewirkt wegen der Umkehrung die neue Anzeige 9. Der Zehnerübertrag erfolgt ebenfalls am Umkehrrad, so dass die nächst höhere Stelle in der Anzeige wegen der Umkehrung um 1 vermindert wird.

Anzeige
Eingriff des Eingaberades am
Anzeigerad zwischen
(Stellung: Addition)
Umkehrrad zwischen
(Stellung: (Subtraktion)
...


8
0 - 1 3 - 4
9
1 - 2
2 - 3
0
2 - 3
1 - 2
1
3 - 4
0 - 1
2
4 - 5
9 - 0
...


Tabelle 1: Zusammenspiel der Zahnräder im Rechenwerk
Wenn zu Servicezwecken das Rechenwerk einmal wieder neu zusammengesetzt werden sollte, müssen die gegenüber liegenden Ziffern zusammen immer 4 bzw. 14 ergeben. Man muss dann die Messingzahnrädchen so ineinander greifen lassen, dass die Eingriffe des Eingaberades in Additions- und Subtraktionsstellung in die Räder des Rechenwerkes einwandfrei erfolgen.

2.3 Das Einstellkontrollwerk (B)

Abb. 7: Die Eingabe erfolgt an Zahnsegmenten, die das Eingabekontrollwerk steuern und das Eingaberad mitnehmen.

Das Eingabekontrollwerk wurde vorne, unten in der Maschine ergänzt. Die Anzeigeräder sind durch Fenster in der Abdeckung sichtbar. Die Eingabe erfolgt nun nicht mehr direkt an dem großen Eingabezahnrad, sondern an Zahnsegmenten, die jeweils links neben dem zugehörigen Rad auf der Hauptachse angebracht sind (Abb. 7). Deshalb sind die Eingabeschlitze in der Aluminiumfrontplatte bei diesen Maschinen etwas nach links versetzt. An den unteren Enden jedes Zahnsegments befindet sich eine Klinke, die durch eine Feder angedrückt in das Eingabezahnrad eingreift. Die Zähne des Zahnsegmentes treiben direkt das Rad im Eingabekontrollwerk an, das durch einen Sperrhebel dann in seiner Position gehalten wird. Bei der Drehung des Zahnsegmentes wird außerdem eine Feder gespannt, die beim Lösen der Sperre im Eingabekontrollwerk das Zahnsegment wieder zurückholt und dabei auch das Ziffernrad wieder auf Null stellt.
Abb. 8: Die Sperrhebel halten die Zahnsegmente in ihren Positionen.
Durch eine Taste vorne an der Maschine können alle Sperrhebel zusammen ausgelöst und damit das Eingabekontrollwerk gelöscht werden. Diese Taste kann man durch einen Hebel an der Seite der Maschine so feststellen, dass die Anzeige im Eingabekontrollwerk nie gehalten wird (Abb. 8).

2.4 Löschhebel anstatt -kurbel

Abb. 9a: Ein Hebel ersetzt die Kurbel zum Löschen des Ergebniswerkes.
Schließlich wurde eine Alternative zur Löschkurbel für das Ergebniswerk entwickelt: Ein Hebel (Abb. 9a) dreht ein großes Zahnsegment, das über ein kleines Zahnrad die Achse im Ergebniswerk so dreht, wie es zuvor die Löschkurbel machte.

2.5 Schwenkblende in der Anzeige

Abb. 9b: Eine Blende schwenkt bei Subtraktion nach unten.

Wenn eine Maschine auf Subtraktion gestellt wird, werden alle Anzeigeräder im Gehäuse etwas angehoben, wodurch die Anzeige in den Fenstern bei den herkömmlichen Maschinen nicht mehr vernünftig ablesbar ist (siehe 2.2, Subtraktion). Dies wird nun dadurch behoben, dass die Fenster für die Anzeige der Ziffern am Ergebniswerk etwa doppelt so hoch ausgeschnitten sind und eine schwenkbare Blende eingefügt ist (Abb. 9b), die in der Subtraktionsstellung herunterschwenkt und dann nur noch den Blick auf die richtige Zeile im angehobenen Ergebniswerk frei gibt. Damit ist ein bequemes Ablesen auch in Subtraktionsstellung möglich. Maschinen mit dieser Ausstattung sind mit einem Abziehbild "Export" unterhalb des Eingabekontrollwerkes auf dem Gehäuse gekennzeichnet.

2.6 Druckende Maschinen (P)

Abb. 10: Das Druckwerk ist an der Rückwand der Export-Modelle angesetzt.
Die druckenden Maschinen basieren auf den Modellen mit Löschhebel und schwenkbarer Blende für das Ergebniswerk. Die Rückwand und die rechte Seitenwand sind ausgeschnitten. Das Zahnsegment für die Löschung des Ergebniswerks wurde nach außen verlegt. An die Rückwand ist das Druckwerk angesetzt (Abb. 10). Die Typenräder des Druckwerks folgen über Steuerdrähte den Drehbewegungen der Zahnsegmente des Eingabewerks. Die Löschtaste des Eingabekontrollwerks hat die zusätzliche Funktion, die Transportwalze für das Papier gegen die Typenräder des Druckwerks zu schlagen, um so die einstellten Werte zu drucken. Dabei erfolgen auch der Zeilenvorschub des Papiers und der Transport des Farbbandes. Zum Drucken der Endsumme muss das Ergebnis aus dem Ergebniswerk in das Eingabewerk übertragen werden. Dies geschieht, indem man die Maschine auf Subtrahieren stellt und dann von links beginnend in jeder Stelle den im Ergebniswerk angezeigten Wert subtrahiert. Vor dem Drucken mit der Löschtaste muss noch der rote Knopf gedrückt werden, damit in der Zeile des Ergebnisses das Saldozeichen gedruckt wird. Mit einem Drehschalter auf der rechten Seite der Maschine kann man die Funktion der Löschtaste umstellen zwischen Drucken oder den beiden Funktionen Eingabekontrollwerk löschen bzw. Anzeige nie halten (wie bei den nicht druckenden Modellen). 


3. Entwicklungsstadien der Resulta-Kleinaddiermaschinen

3.1 Systematik der Bezeichnungen

Die Bezeichnungen der Resulta-Rechenmaschinen setzen sich immer aus Buchstaben und Ziffern zusammen. In der Tabelle 2 sind die Bezeichnungen den äußeren Merkmalen zugeordnet.

Bezeichnung Äußere Merkmale der Maschinen
A Maschine ohne Einstellkontrollwerk
B Maschine mit Einstellkontrollwerk
E
Maschine mit Einstellkontrollwerk, Subtraktionsmechanik und Blende im Ergebniswerk
S Maschine mit Subtraktionswerk
P Maschine mit Druckwerk und Löschhebel
7 Maschine mit 7 Eingabe- und Ergebnisstellen
9 Maschine mit 9 Eingabe- und Ergebnisstellen
Export Schwenkbare Blende im Ergebniswerk zur Ablesung in Subtraktionsstellung
Tabelle 2: Bezeichnungen und Merkmale

3.2 Bestimmung des Alters der Maschinen

Auf allen Maschinen findet man in den Lack, das Holz oder das Blech des Sockels unten von Hand eingekratzt eine drei- bis vierstellige Ziffernfolge, oft gefolgt von ein bis zwei Buchstaben. Die Ziffern geben den Monat und das Jahr der Herstellung an. Beispiel: 854 B. Das  heißt: gebaut im August 1954, Kennzeichen des Kontrolleurs: B (B steht für Herrn Böttcher [2]). Es gibt Maschinen mit mehreren Datumsangaben, was bedeutet, dass solche Maschinen zur Überholung oder Reparatur wieder beim Hersteller waren. Dabei können dann auch für das Modell untypische Austauschteile oder Ergänzungen angebracht worden sein.

3.3 Die Produktpalette

Ernst Martin [1] schreibt, dass die ursprünglich unter dem Namen Minerva eingeführten Maschinen den Subtraktionshebel noch auf der rechten Seite hatten. Die mir bekannten Maschinen der 1. Generation haben aber den Hebel bereits auf der linken Seite und tragen den Namen Minerva nur noch verdeckt unter einem darüber geschraubten neuen Schild mit dem Namen Résulta.

Merkmale und Herstellungszeiträume wurden an eigenen Maschinen untersucht, aus Befragungen von Verkäufern bei Ebay gewonnen und durch eine Umfrage unter Sammlern per E-Mail ermittelt. Der Versuch, die verschiedenen Modelle systematisch zu erfassen, führte zu der Übersicht in der Tabelle 3. Generationswechsel machen sich in der Schreibweise der Modellbezeichnungen fest, die sich oft zum Verwechseln ähnlich sind. Sie sind dann auch in den Patenten (siehe 4.1) und in Änderungen von Technik und Design der Maschinen nachweisbar. Fett gedruckte Maschinennamen (mit Datumsangaben der ersten und letzten bekannten Maschine in Klammern) sind belegt, andere in der Systematik nur ergänzt.

Generation
(Zeitraum)
Typ
(Merkmal)
Modellbezeichnung: Resulta
Nur Addition
Mit Subtraktion
Mit Druckwerk
1
1927-1936
Typ a
(Holzsockel)
-"A 7"
(Minerva)
10.33
-"A 9"
(Minerva)
????

-"A 7" S
unbekannt

-"A 9" S
unbekannt

Typ b
(Eisensockel)
-"A 7" -"A 9"
(Minerva)
11.31
-"A 7" S
(Minerva)

09.36
07/38
-"A 9" S
??.??
Typ a
(Holzsockel)
-"B 7"
(Minerva-B"7")
11.32
-"B 9"
(Minerva-B"9")
05.36
-"B 7" S
(Minerva-B"7"S)
10.33
-"B 9" S
unbekannt
Typ b
(Eisensockel)
-"B 7"
(Minerva-B"7")
07.34
-"B 9"
(Minerva-B"9")
-"B 7" S
(Minerva-B"7"S)
-"B 9" S
unbekannt
2
1935-1943
1950
(Eisensockel)
-A "7"
11.35
01.40 md

-A "9"
unbekannt
-AS "7"
11.38 g
12.38 J
-AS "9"
unbekannt

Typ a
(Gehäuse genietet)
-B "7"
7.38 RA
-B "9"
unbekannt
- BS "7"
06.37
09.42 M

-BS "9"
01.37
04.42 g

Typ b (Gehäuse
punktgeschweißt)

-BS "7"
10.42 M
09.50 g
-BS "9"
08.43 wie

3
1951-1957
Typ a1
(Kurbelgriff: Metall)

-BS 7
02.51 g
11.51 G
-BS 9
02.51 g




Typ a2
(Kurbelgriff: Kunststoff)

-BS 7
11.51 K
04.54 So

-BS 9
01.53 L
4.51
Typ b
(Plastik/Alu-Sockel)

-BS 7
05.54
12.54
-BS 9
02.55
Typ c1
(Kurbelsperre innen)

-BS 7
08.55 KO
07.56 GKo

-BS 9
04.55 BvP
07.56

Typ c2 (Export)
(Klappblende)

-BS 7
06.55 GP
01.57 KS

-BS 9
10.56
4
1955-1969
Typ a1
(Löschkurbel)

7
02.55
09.61 Go

9
10.58
02.63 GP



Typ a2 (Export)
(Löschkurbel
und Klappblende)

7
12.56
05.59 o

9
11.55
12.58

Typ b1
(Löschhebel)

7
03.60 o
09.61 o
9
05.58 Bi
02.60

Typ b2 (Export)
(Löschhebel und Klappblende)

7
05.59 o
11.68
9
05.63 o
06.69
P 7
12.57
??.65

P 9
06.57
??.67
(wie Typ b2)

E7
08.62
08.69
E9
unbekannt

Tabelle 3: Modellübersicht der Resulta-Rechenmaschinen (mit erstem und letztem nachgewiesenen Herstellungsdatum)


3.4 Merkmale der Entwicklungsgenerationen

Zur groben Unterscheidung werden die Maschinen in vier Generationen eingeteilt, die bestimmte Zeiträume umfassen. In jeder Generation gibt es unterschiedliche Modelle, die sich in den Maschinenbezeichnungen widerspiegeln. Weiterentwicklungen innerhalb der Generationen werden durch Typenbezeichnungen mit kleinen Buchstaben und Ziffern gekennzeichnet. Es wurden 7-stellige und 9-stellige Machinen gefertigt. Die Generationsfolge wird hier an Han der 7-stelligen Modelle dargestellt.


1. Generation: 1927 - 1935

In der ersten Generation heißen die Maschinen Minerva, dann Résulta. Der neue Name wurde auf einem separaten Schild über den alten geschraubt. Die ganze Modellbezeichnung steht in Anführungsstrichen. Während der 1. Generation entfällt der Accent aigu und die Maschinen heißen dann einfach Resulta. Zwischen Resulta und der Modellbezeichnung ist ein Bindestrich.

Modell
Äußere Merkmale
A

(Typ a)
  • schwarz lackierter Holzsockel mit Gummifüßen
  • Gehäuse aus Eisenblechen, genietet und schwarz lackiert
  • Maschinenboden mit zwei verbogenen Metallschrauben und Muttern mit dem Gehäuse verbunden
  • Metallfeder zur Halterung des Griffels auf der rechten Seite
  • schwenkbarer Metallgriff an der Löschkurbel für das Ergebniswerk
  • Frontplatte aus Aluminium, schwarz bedruckt
  • Komplementziffern auf dem Eingabefeld für die Subtraktion
  • weitere Einzelheiten: siehe 2. im Absatz "Grundmodell A"
Patente: DE538697, CH158869, siehe 4.1

A

(Typ b)
Veränderungen am Modell A:
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen
A   S

(Typ a)
Ergänzungen am Modell A, Typ a
  • Ergänzung des Subtraktionshebels zum Schwenken des um eine Zahnradreihe erweiterten Ergebniswerkes zur Änderung der Drehrichtung bei der Subtraktion
  • Ergänzung eines Zahnrades mit Sperrklinke außen an der Löschkurbel für das Ergebniswerk zum Verhindern des Löschens in Subtraktionsstellung
  • ohne Komplementziffern auf dem Eingabefeld für die Subtraktion
Patent: DE640417, siehe 4.1
A   S

(Typ b)
Veränderungen am Modell A  S, Typ a:
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen
B

(Typ a)
Ergänzungen am Modell A, Typ a :
  • Ergänzung der Eingabekontrollwerkes
  • Ergänzung einer verchromten Löschtaste mit Feststellhebel für das Eingabewerk
  • Ergänzung des Eingabewerkes um Stellsegmente für jede Stelle
B

(Typ b)
Veränderungen am Modell B, Typ a:
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen
 B S

(Typ a)
Ergänzungen am Modell B, Typ a
  • Ergänzung des Subtraktionshebels zum Schwenken des um eine Zahnradreihe erweiterten Ergebniswerkes zur Änderung der Drehrichtung bei der Subtraktion
  • Ergänzung eines Zahnrades mit Sperrklinke außen an der Löschkurbel für das Ergebniswerk zum Verhindern des Löschens in Subtraktionsstellung
  • ohne Komplementziffern auf dem Eingabefeld für die Subtraktion
Patent: DE640417, siehe 4.1
B S

(Typ b)
Veränderungen am Modell BS, Typ a:
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen


2. Generation: 1935 - 1943 und 1950

Die Modellpalette wird um Maschinen, die sowohl ein Eingabekontrollwerk als auch eine Subtraktionsmechanik haben, erweitert. In der Modellbezeichnung steht noch die Stellenanzahl in Anführungsstrichen. Zwischen Resulta und der Modellbezeichnung ist ein Bindestrich. Von 1944 bis 1949 war die die Rechenmaschinenproduktion in Berlin kriegsbedingt unterbrochen. Ab 1952 wurden mit Lizenz [4] von Paul Brüning achtstellige Maschinen unter dem Namen Komet hergestellt. Auch in der Schweiz gab es unter dem Namen RAPIDA 8 Nachbauten (siehe 5.).

Modell
Veränderungen
A wie das alte Modell A, Typ b
AS wie das alte Modell A  S, Typ b:
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen
B
wie das alte Modell B
  • Sockel aus schwarz lackiertem Eisenblech mit angeschraubten Gummifüßen
BS

(Typ a)

Ergänzungen zum aktuellen Modell B :

  • Ergänzung des Subtraktionshebels zum Schwenken des um eine Zahnradreihe erweiterten Ergebniswerkes zur Änderung der Drehrichtung bei der Subtraktion
  • Ergänzung eines Zahnrades mit Sperrklinke außen an der Löschkurbel für das Ergebniswerk zum Verhindern des Löschens in Subtraktionsstellung

BS

(Typ b)
Weiterentwicklung des Typs a (etwa ab 1943):
  • Gehäuse aus Eisenblechen, punktgeschweißt


3. Generation: 1951 - 1956

In den Modellbezeichnungen findet man keine Anführungsstriche mehr. Zwischen Resulta und der Modellbezeichnung ist ein Bindestrich. Es gibt nur noch die Modelle mit Subtraktionsmechanik und Eingabekontrollwerk.


Modell
Veränderungen
BS

(Typ a1)
  Veränderungen am alten Modell BS, Typ b :
  • Gehäuse mit schwarzem Kräusellack
  • Maschinensockel aus Eisenblech
  • schwenkbarer Metallgriff an der Löschkurbel für das Ergebniswerk
  • Aufkleber mit kurzer Bedienungs- und Pflegeanleitung am Maschinenboden
BS

(Typ a2)
  Weiterentwicklung des Typs a1 :
  • Gehäuse meistens mit grünem Kräusellack, selten auch weinrot, schwarz
  • heraus ziehbarer Kunststoffgriff an der Löschkurbel für das Ergebniswerk
  • rote Schraffuren auf der Frontplatte nach der 2., 5. und ggf. 8. Stelle
Patent: DE1645297U, siehe 4.1
BS

(Typ b)
Weiterentwicklung des Typs a2:
  • Schlitze zur Schalldämmung im Gehäuse
  • Maschinensockel aus Plastikrahmen mit perforiertem Aluminiumboden
  • am Maschinenboden angenietete hohle Gummifüße
  • zusätzliche Feder zur Halterung des Griffels auf der linken Seite
BS

(Typ c1)
Weiterentwicklung des Typs b:
  • schwarze Plastikkappe auf dem Subtraktionshebel
  • Verlegung der Sperreinrichtung an der Löschkurbel für das Ergebniswerk in das Innere der Maschine
  • Befestigung des Sockels am Gehäuse mit einem Federverschluss
BS

(Typ c2)
Weiterentwicklung des Typs c1:

  • mit dem Subtraktionshebel schwenkbare Blende in der Anzeige des Ergebniswerkes
  • Abziehbild "Export" unterhalb des Eingabekontrollwerkes auf dem Gehäuse (ab 1956)


4. Generation: 1955 - 1969

In den Bezeichnungen entfällt das BS, da es sowieso nur noch Modelle mit Subtraktionsmechanik und Eingabekontrollwerk gibt. Zwischen Resulta und der Modellbezeichnung ist meistens kein Bindestrich mehr. Neue Modelle können drucken und haben einen Löschhebel oder eine Löschkurbel.

Modell
Veränderungen
7
und
9

(Typ a1)
Veränderungen am alten Modells BS, Typ c1:
  • Kennzeichnung der Stellungen des Subtraktionshebel mit + und -
  • Gehäuse mit Kräusellack neben grün und weinrot auch beige
Patente: CH309226, CH339409 siehe 4.1

Diese Maschine wurde in den USA als TOWER verkauft.
7
und
9

(Typ a2)
Weiterentwicklung am aktuellen Typ a1:
  • mit dem Subtraktionshebel schwenkbare Blende in der Anzeige des Ergebniswerkes
  • Abziehbild "Export" unterhalb des Eingabekontrollwerkes auf dem Gehäuse

Diese Maschine wurde in Frankreich als Résulta-BS7 Export verkauft.

7
und
9

(Typ b1)

Weiterentwicklung am aktuellen Typ a1:
  • Ersatz der Kurbel zur Löschung des Ergebniswerkes durch einen Hebel
  • Löschtaste und Feststellhebel für das Eingabewerk schwarz lackiert
  • Metallstift unter der rechten Feder für die Griffelhalterung (siehe 6.)
Patente: DE1103654, siehe 4.1

7

und
9

(Typ b2)
Weiterentwicklung am aktuellen Typ b1:
  • mit dem Subtraktionshebel schwenkbare Blende in der Anzeige des Ergebniswerkes
  • Abziehbild "Export" unterhalb des Eingabekontrollwerkes auf dem Gehäuse

Patente: CH343155, DE1106527, siehe 4.1

Diese Maschine wurde in Frankreich unter dem Namen ADDICAL vertrieben.
E7
und
E9

Diese Maschinen gleichen dem Typ b2.
Sie wurden auch in der Schweiz als Résulta BS"7" Export verkauft.

P7
und
P9

Ergänzungen zum aktuellen Typ b2:
  • Metalldruckgussgehäuse über dem bekannten Blechgehäuse
  • hinten angesetztes Druckwerk
  • Modelle mit 7 und mit 9 Stellen im gleichen Gehäuse. Deshalb sind bei 7stelligen Maschinen in frühen Jahren die linken beiden Stellen verblendet, später dann je eine Stelle rechts und eine links (siehe 5.1.2).
  • weitere Einzelheiten: siehe 2. im Absatz "Druckende Maschinen"

Patente: FR1185254, CH356940, DE1116926, siehe 4.1


4. Patente von Paul Brüning

Die Patentschriften sind im Internet zugänglich beim Internetportal des Deutschen Patent- und Markenamtes [3] . Mit einer Einsteigerrecherche kann man nach den Patentnummern suchen und die Dokumente einsehen.


4.1 Patente für Rechenmaschinen

          CH339409 vom 30.06.1959
4.2 Andere Patente

5. Verwandte der Resulta

5.1 Umbenannte Resultas

Exportierte Resulta Rechenmaschinen erhielten von den Vertriebsfirmen oft eigene Modellbezeichnungen, die entweder vom Hersteller bereits auf die Frontplatte angebracht waren oder auf einem zusätzlichen Schild standen.

5.1.1 Tower

Abb. 11: TOWER
Die Warenhauskette SEARS (Sears Roebuck and Co) mit ihrem Sitz in Chicago, Illinois, U.S.A. verkaufte die Resulta 7 Typ a1 zur Zeit des Baus ihres Firmensitzes, des Sears Tower in Chicago, unter dem Namen TOWER (hergestellt: Februar 1958) (Abb. 11).
5.1.2 Résulta

Die Maschinen der 1. Generation trugen bereits offoziell den Namen Résulta. Er wurde von anderen Vertreibern später wieder aufgegriffen, um damit Nachfolgemodellen einen eigenen Vertriebsnamen zu geben.
 
Abb. 11: Résulta-BS"7" Export
Résulta BS"7" Export
In der Schweiz verkaufte der Buromaschinen-Händler Henri Zepf die Resulta E7 mit einem über den originalen Namen geschraubte eigenen Firmenschild und eigener in den Boden geschlagener Maschinennummer (hergestellt: Juni 1964).

Abb. 12: Résulta-BS7 Export
Résulta-BS7 Export
In Frankreich verkaufte die Firma ECLAIR-BUREAU, 93 & 95, Rue du Chemin Vert, RARIS_XIe_ROQuette 20-79 die Resulta 7 Export (Typ a2) mit einem eigenen Namen auf der Frontplatte und einem seitlich angebrachten Firmenschild mit eigener Maschinennummer (hergestellt: Januar 1957).

5.1.3 Addical

In Frankreich wurden in Berlin gefertigte Resultas auch unter dem Namen ADDICAL vertrieben. Dies übernahm die Firma ECLAIR-BUREAU, 93 & 95, Rue du Chemin Vert, RARIS_XIe_ROQuette 20-79. Dort wurden die Maschinen auch mit eigenen Maschinennummern versehen.

Die Firma ECLAIR-BUREAU verkaufte auch Summira-Kleinaddiermaschinen (Paul G. Müller, Roisdorf bei Bonn) unter dem Namen ADDICAL 7 und Produx-Multator-Maschinen (Otto Meuter & Sohn, Hamburg) mit der Bezeichnung MULTICAL.

Abb. 13: ADDICAL
ADDICAL
Die Resulta 7 Export (siehe 3.4) wurde von ECLAIR BUREAU sowohl unter dem Namen Résulta BS7 als auch als ADDICAL verkauft.

Allerdings gibt es die siebenstellige ADDICAL (hergestellt: Juli 1963) auch im Gehäuse der neunstelligen Resulta mit dem gleichen Abdeckblech, das auch bei der ADDICAL 7 verwendet wurde (Abb. 13).

Es sind auch solche Maschinen bekannt, die auf dem grünen Deckblech den Schriftzug Resulta in Schreibschrift tragen.


Abb. 14: ADDICAL 7
ADDICAL 7
Die Resulta P7 (siehe  3.4), erhielt für den Verkauf in Frankreich eine französische Kurzanleitung auf dem Boden, ein dunkelgrünes Abdeckblech für die Eingabeeinheit sowie ein dunkelgründes Namensschild ADDICAL 7 an Stelle des originalen Schriftzuges (Abb. 14) (hergestellt: 1964).



5.1.4 Volksrechner

In der Schweiz wurden von Edgar Rutishauser zuerst in St. Gallen, dann in Zürich, bereits Anfang der 1930er Jahre die in Berlin gefertigten Minerva- und Resulta-Maschinen mit dem Namen Volksrechner vertrieben (siehe [8]).

Abb. 15: Volksrechner
Volksrechner
Vom Deckblech der Minerva / Resulta-"A7" (siehe 3.4) wurde der originale Name entfernt und darüber ein Schild mit dem Namen "Volksrechner" geschraubt (Abb. 15, Kurbel fehlt im Bild ). Darauf wurden auch eine eigene Seriennummer (vermutlich ab 10000) und der Name Edgar Rutishauser als Generalvertreter in St. Gallen angegeben.



5.2 Nachbauten

5.2.1 Rapida

Abb. 16: Rapida 8
Achtstellige Nachbauten der Resulta BS der 2. Generation (siehe 3.4) wurden zwischen 1946 und 1949 in der Schweiz unter dem Namen RAPIDA 8 (Abb. 16) von der Fa. W. Häusler-Zepf in Olten (Schweiz) vertrieben. Der Hersteller ist unbekannt. Druckgussteile für die Fertigung der Maschine wurden von der Fa. Injecta Druckguss AG in Teufental (Kanton Aargau, Schweiz) zugeliefert [5]. Es ist auch nicht geklärt, ob es sich um einen lizensierten Nachbau handelt (siehe 6).

5.2.2 Komet


Abb. 17 KOMET SK

Abb. 18 KOMET R8
Unter diesem Markennamen wurden von 1952 bis 1955 Nachbauten der Resulta auf der Basis der Modelle von 1950 mit Lizenz von Paul Brüning [4] von der Komet Rechenmaschinen GmbH in Frankfurt / Main vertrieben. Die Produktion erfolgte in Süddeutschland.

Folgende Modelle sind bekannt:

Komet SK: Das ist eine achtstellige Kopie der Resulta BS der 2. Generation (siehe 3.4) in einem etwas breiteren Gehäuse (Abb. 17). Dieses Modell wurde auch unter den Namen Link SK und Olpimatic SK verkauft.

Komet R8: Bei diesem Modell (Abb. 18) gibt es kein Eingabekontrollwerk. Als Vorlage diente also die Resulta AS (siehe 3.4).

5.2.3 Rentrix

Rentrix-A
Abb. 19 Rentrix-A
Der Markenname Rentrix wurde von Knud Ensig in Aalborg, Dänemark, Ende 1947 angemeldet. Neben dem Buchhandel baute (?) und vertrieb er auch Rechenmaschinen. Bis 1952 bewarb er dann Rentrix- und Rentrex-Maschinen und verkaufte anschließend auch Resulta-Maschinen [7]. Es liegt nahe anzunehmen, dass der Nachbau mit Lizenz von Paul Brüning stattfand.

Rentrix-A: Das Innenleben der Maschine stimmt mit dem einer Resulta BS der 2. Generation (siehe 3.4) überein. Das Gehäuse hat die gleichen Maße wie die Resulta, ist aber in einem Stück aus Eisen gefertigt und schwerer. Das Abdeckbleck ist aus dünnem, gebürstetem Stahl mit einem Lacküberzug (Abb. 19). Im Bodenblech ist die  Nummer 1204 eingeschlagen. Die Farbe des Gehäuses ist grün. Es gibt auch rote Maschinen.

5.2.4 Multiplex

Rentrix-A
Abb. 20 Multiplex
Mit der Bezeichnung Multiplex wurden etwa zwischen 1946 und 1951 in Spanien leicht abgewandelte Nachbauten der 9-stelligen Resulta vertrieben. Ein Hersteller ist bisher nicht bekannt. Auch weiß man nicht, ob die Produktion mit Lizenz von Paul Brüning statthand.

Multiplex: Die Maschine sieht wie eine leicht abgewandelte Resulta BS der 2. Generation (siehe 3.4) aus. Das Deckblech ist leicht abgewandelt. Anstelle der Rückstellkurbel ist ein roter Drehknopf aus Kunststoff angebracht. Der Hebel zur Umschaltung zwischen Addition und Subtraktion wird nicht duch das Abdeckbleck herausgeführt, sondern über einen roten Knopf an der linken Seitenwand bedient. 



6. Offene Fragen

  • Abb. 21 Metallstift hinter der Griffelhalterung bei der Resulta mit Hebellöschung
    Warum und wann erfolgten die Namenswechsel von Minerva auf Résulta und dann Resulta?
  • Wie viele Maschinen (ggf. von welchen Modellen) wurden produziert?
  • Welche Funktion hat der von der rechten Feder für die Aufbewahrung des Griffels verdeckte, eigentlich störende kleine Metallstift, der bei den Resultas mit Hebellöschung aus dem Gehäuse ragt (Abb. 21)?
  • Wurde die Rapida 8 (Abb. 16) mit Lizenz von Paul Brüning gebaut? Wer war der Hersteller?
  • Gibt es neben Addical, TowerVolksrechner, Rapida, Rentrix, Komet  und Multiplex noch weitere Bezeichnungen, unter denen Resulta-Kleinaddiermaschinen vertrieben oder nachgebaut worden sind?
  • Bei sehr wenigen Maschinen ist in den Boden eine fünfstellige Nummer eingeschlagen worden.  Welcher Händler hat diese Nummern ergänzt?
Falls Sie zu der Zusammenstellung oder diesen Fragen Hinweise, Korrekturen oder Ergänzungen haben, schreiben Sie bitte an .


7. Quellen

7.1 Literatur

[1] Ernst Martin, Die Rechenmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, 1. Auflage (1925) incl. Nachtrag von (ca. 1935), Reprint: B. Köntopp, Leopoldshöhe, 1990
[2] Gespräche mit Herrn Klaus Hinzmann
(2004), Werkzeugmacher bei Paul Brüning von 1952 bis 1996
[3]
Internet-Portal des Deutschen Patent- und Markenamtes: https://www.dpma.de/
[4] Informationen von Kathleen Brüning (2006), Buenos Aires, per E-Mail
[5] Informationen von Anton Witzemann (2006), Winterthur(Schweiz), Briefwechsel
[6] Zentrale Landesbibliothek Berlin, Adressbücher: https://digital.zlb.de/viewer/cms/155/
[7] Wilfried Denz, "Rechnen ohne Strom": https://www.rechnen-ohne-strom.de/rechner-galerie/addiermaschinen/griffeladdierer/
[8] Herbert Bruderer, " Der Ostschweizer Volksrechner" in St. Galler Tagblatt vom 23.08.2014
[9] Meyers Hof bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Meyers_Hof
[10] Meyers Hof, Artikel: https://www.berlinstreet.de/5563
[11] Gedenkstätte Berliner Mauer: https://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/

7.2 Bilder


Abb.  2a, 2b: Klaus Hinzmann, Berlin
Abb. 15:
Doris Lorenzi / (c) Bruderer Informatik, CH-9401 Rorschach, Schweiz, 2014
Abb. 18: eBay-Angebot, 2006
Abb. 20: todocoleccio.net-Angebot, 2017 (Bildausschnitt)
Abb. Resulta B"7": Björn Schröbel, Fischbachtal
Alle weiteren Bilder: Wolf-G. Blümich, Berlin


© Wolf-G. Blümich