Entwicklungsstadien der Hamann Manus
Wolf-G. Blümich, 25.12.2007
Die letzten drei Änderungen:
05.02.2010: Überlegungen zum Modell D
20.10.2009: Manus E ab SN 8230, Modell D zweifelhaft
30.10.2008: Manus D evtl. Synthese aus E und C?

Die Hamann Manus kam 1925 auf den Markt und wurde in den folgenden Jahren weiterentwickelt, wobei die Modellbezeichnung "Manus" immer gleich blieb. Nur das letzte Modell wurde offiziell mit "Manus R" bezeichnet. Die folgenden Bezeichnungen für die verschiedenen Entwicklungsstadien (Typen) der Manus mit Buchstaben sind teilweise vor den Maschinennummern zu finden. Weitere Einteilungen sind Vereinbarungen von Sammlern, die sich mit der Erforschung der Entwicklungsstadien der Hamann Manus beschäftigen. Diese Erforschung ist nicht abgeschlossen. Hinweise, Korrekturen und Ergänzungen sind per E-Mail stets willkommen.

Typ Zeit-
raum
Serien-
num
mern
(ca.)
Veränderungen zum Vormodell
A 1925
-
1926
1
-
1000
Merkmale des ersten Modells:
Vierspezies-Rechenmaschine mit Schaltklinkenrädern und automatischer Division:
- gleiche Drehrichtung für alle Rechenarten
- gebogene Lagerung der Kurbelachse
- kein Zehnerübertrag im Zählwerk
- Taste zur Löschung des Eingabewerkes oben
- Glocke für Überlauf links außen am Wagen
- Flügelschrauben zur Löschung von Ergebnis- und Zählwerk am Schlitten rechts und links
- Schlittentransport
- beidseitig mit Transporthebel (Metall) vorne am Schlitten
- nach links mit einem Hebel (Metall) am Kurbelblock
- Herstellerbezeichnung auf der Frontplatte: DTW-Logo
- Lackierung: schwarz
- Sockelhöhe: 3,0cm
- mit Schutzhaube (Metall) und zwei Haken dafür am Sockel hinten
Belege: 568 Weber, 773 Anthes,  956 Reese, 977 Ebay
B 1927 1001
-
1500
- Zehnerübertrag im Zählwerk
- Schiebeblende am Zählwerk (nur bei Modell B)
Belege: 1123 Haeghens, 1150 unbekannt
C 1927
-
1939
1501
-
8200
- Unterlaufanzeige zwischen Zähl- und Ergebniswerk (nur bei Modell C)
- Glocke für Überlauf innen liegend
- Schlittentransport zusätzlich nach rechts mit hakenförmigem Hebel links (nur bei Modell C)
Variante 1 (SN 1501 - 5700)
- Lagerung der Kurbelachse gebogen (wie bisher)
- ab SN 2700: Schlittentransport: z.T. auch mit Transporthebel (Metall) mit Öse
- ab SN 5000:
- keine zwei Haken mehr für Abdeckhaube am Sockel hinten
- Schlittentransport: Hebel am Schlitten aus Kunststoff
Belege: 2258 Denker, 2557 Ebay,  2316 Schildbach2722 Sreck (grün nachlackiert), 2753 Ebay, 2805 Reese, 3669 Ebay, 4005 Landwehr, 4007 Schildbach, 5094 Ebay, 5234 Ebay
Variante 2 (SN 5701 - 8200)
- Lagerung der Kurbelachse gerade, abgedeckt
- ab SN 6200: Schlittentransport nach links mit Hebel am Kurbelblock rechts mit Kunststoffgriff
- ab SN 7200: Kurbelarm keilförmig anstatt zylindrisch
Belege: 5722 Schneemann, 5755 Ebay, 6229 Hamann, 6629 Blümich, 6804 Anthes, 6845 Ebay, 7161 Ebay, 7987 Greifswald 8197 Weidenstolz
D 1939 8201
-
8230
- Sockelhöhe 3,8cm
- Schlitten wie bei Modell C auch mit Unterlaufanzeige
- Schlittentransport (wie auch bei Modell E)
- beidseitig mit Taster (Kunststoff) vorne am Schlitten
- nach links und rechts mit zwei Hebeln am Kurbelblock rechts
Belege: Bild ohne Nummernangabe, siehe auch 8400/6229 Hamann
Es erscheint zweifelhaft, ob es jemals ein Modell D mit maximal etwa 30 Maschinen gegeben hat (s.u.).
E 1940
-
1953
8231
-
15000
- Sockelhöhe 3,8cm
- Druckhebel zur Löschung von Ergebnis- und Zählwerk am Schlitten rechts und links
Variante 1 (1940 - 1944, SN 8400 - 12000)
- Herstellerbezeichnung auf der Frontplatte: DTW-Logo (wie bisher)
- Zahnschiene im Sockel vorne rechts, nur bei Typ E1
Belege: 8232 Carter, 8400 Hamann, 8559 Blümich, 9149 Pohl, 9588 Hereford, 9678 Bölter
Variante 2 (1948 - 1953, SN 12001 - 15000)
- Herstellerbezeichnung auf der Frontplatte: DeTeWe-Schriftzug
- keine Zahnschiene im Sockel vorne rechts
- Lackierung: schwarz oder grün
Belege: 12175 Ebay, 12870 Schneemann, 13459 Anthes, 14274 Schildbach
F 1953
-
1955
15001
-
16000
- Zwei Druckhebel zur Löschung von Ergebnis- und Zählwerk am Schlitten rechts
- Löschschieber für das Eingabewerk
- Lackierung: grün
Belege: 15158 Anthes, 15254 Schneemann, 15528 Blümich15560 unbekannt
R 1953
-
1959
40000
-
54000
- Bezeichnung: Haman Manus R
-
Rückübertragung des Ergebnisses in das Eingabewerk

- Lackierung: schwarz, grün oder beige
Belege: 40461 Ebay, 41xxx Ebay (scharz), 42081 Ebay, 45481 Anthes, 45622 Schneemann, 46460 Schildbach, 48672 Blümich, 49304 Reese, 53567 Ebay

Die wesentlichen Merkmale sind fett hervorgehoben. 

Anmerkungen zu den Modellen C und D:
In der Blauen Liste Rechenmaschinen 1969/70 sind für die Manus-Modelle folgende Angaben zu finden (Seite 23), die die Modelle C und D betreffend in deutlichem Widerspruch zu obiger Aufstellung stehen:

Manus A (1925-1926)
Manus B (1926-1927)
Manud C (1927-1939)
Manus D (1930-1940)
Manus E (1940-1954)
Manus F ( bis 1957)
Manus R (über 1957 hinaus)

Die Modelle C und D soll es also über fast 10 Jahre parallel gegeben haben. Aus diesem Grund erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass es bisher nur das oben genannte Modell D als einzigen Vertreter dieser Variante gibt. Stattdessen müssten bei den Maschinen des Modells C mit Nummern zwischen 1500 und 8200 Maschinen mit signifikant unterschiedlichen Merkmalen zu finden sein, die die parallele Herstellung und den Ve
rkauf zweier fast identischer Machinen über so lange Zeit rechtfertigen müssten. Hier herrscht Klärungsbedarf.

Quellen:
1. Anthes / Reese: Das Nummerierungssystem der Hamann-Rechenmaschinen in
HBw-aktuell 11/2001
2. M. Reese: Hamann-Manus-Aufruf (neuer Gliederungsvorschlag) in HBw-aktuell 05/2007
3. Anthes / Reese / Schneemann: Die Modellreihe der Hamann Manus HBw-aktuell 06+07/2007
4. http://www.rechenmaschinen-illustrated.com/
5. Privates Bildarchiv aus Ebay-Angeboten
6. Blaue Liste Rechenmaschinen 1969/70, Verlag Erich Glass, Berlin

© Wolf-G. Blümich, 11.02.2010